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Royal Air Maroc Economy Class im Test: Eine überraschend solide Erfahrung

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Royal Air Maroc sieht sich häufig mit schlechten Bewertungen konfrontiert, insbesondere unter Vielfliegern innerhalb der oneworld-Allianz. Neugierig, ob die Kritik berechtigt war, bin ich kürzlich in der Economy Class von Royal Air Maroc geflogen. Während das Erlebnis durchaus einige Frustrationen mit sich brachte – insbesondere am Boden –, gab es an Bord auch einige unerwartete Highlights.

Check-in-Erlebnis: Verwirrend und frustrierend

Der Check-in bei Royal Air Maroc war ohne Übertreibung einer der frustrierendsten, die ich in den letzten Jahren erlebt habe. Er erinnerte mich sofort an den oft uneinheitlichen Service von American Airlines – was nicht gerade ein Maßstab ist, an dem man sich orientieren möchte. Am Schalter weigerte sich die Mitarbeiterin zunächst, mein Gepäck aufzugeben, und verwies mich ohne klare Erklärung an den Priority-Schalter. Erst nach dem Eingreifen eines Kollegen stimmte sie schließlich zu, mein Gepäck abzufertigen. Dieser Mangel an Beständigkeit und Kommunikation gab den Ton für eine ziemlich chaotische Erfahrung am Boden an.

Der Check-in-Bereich war am Morgen recht leer

Noch komplizierter wurde es, als ich darum bat, für meinen Anschlussflug mit Royal Jordanian eingecheckt zu werden. Obwohl beide Fluggesellschaften Teil der oneworld-Allianz sind und beide Flüge auf demselben Ticket gebucht waren, lehnte die Mitarbeiterin dies rundweg ab und meinte, es handele sich um „eine andere Fluggesellschaft“. Dabei handelt es sich um eine grundlegende Interline-Funktion, die eigentlich keinerlei Diskussion erfordern sollte.

Um das Problem zu lösen, wandte ich mich an den Business-Class-Schalter in der Hoffnung auf kompetenteres Personal. Leider fiel die Reaktion zunächst identisch aus. Erst nachdem ich ausdrücklich darauf hinwies, dass beide Airlines oneworld-Mitglieder sind, willigte der Mitarbeiter widerwillig ein, die Bordkarte auszustellen. Die gesamte Interaktion fühlte sich unnötig kompliziert an und hinterließ den Eindruck, dass das Personal entweder unzureichend geschult oder nicht bereit war, den nötigen Service zu leisten.

Es gibt einen separaten Bereich für den Priority-Check-in mit Sitzgelegenheiten

Boarding: Effizient und gut organisiert

Glücklicherweise verbesserte sich das Erlebnis beim Boarding deutlich. Royal Air Maroc wickelte den Prozess effizient ab, und die Priority-Gruppen wurden eingehalten, was stets ein erfreuliches Zeichen für operative Disziplin ist.

Das Priority Boarding war deutlich gekennzeichnet

Als oneworld-Statusmitglied schätzte ich zudem die Möglichkeit der kostenlosen Sitzplatzreservierung – ein Vorteil, der beim Fliegen in der Economy Class einen spürbaren Mehrwert bietet. Das Boarding verlief reibungslos, ohne das Chaos oder Gedränge am Flugsteig, das bei anderen Fluggesellschaften oft zu beobachten ist. Dieser Teil der Reise zeigte, dass die Airline durchaus in der Lage ist, ein strukturiertes und professionelles Erlebnis zu bieten, wenn die Abläufe klar definiert sind.

Kabine und Sitzkomfort: In die Jahre gekommen

Beim Betreten des Flugzeugs wurde sofort deutlich, dass die Maschine schon recht alt war. Der Zustand der Kabine war tatsächlich überraschend genug, um erste Zweifel daran aufkommen zu lassen, wie modern – oder gut gewartet – die Flotte wirklich ist.

Die Kabine wirkt wie aus einem alten Film

Der Sitz selbst war nicht besonders bequem, vor allem für größere Passagiere. Die Rückenlehne fühlte sich zu kurz an und bot dem Oberkörper kaum Halt, was sich selbst auf relativ kurzen Flügen bemerkbar machen kann. Während die Beinfreiheit akzeptabel war und nicht allzu beengt wirkte, ließ die Gesamtergonomie des Sitzes doch sehr zu wünschen übrig.

Die Beinfreiheit war in Ordnung

Das Kabinendesign und die Gebrauchsspuren vermittelten den Eindruck eines in die Jahre gekommenen Produkts, das mit den Mitbewerbern nicht Schritt gehalten hat. Zwar funktionierte alles wie erwartet, doch es gab kaum moderne Akzente oder Aufwertungen, die das Flugerlebnis aufgewertet hätten.

Essen und Service: Eine angenehme Überraschung

Einer der überraschendsten Aspekte des Fluges war der Bordservice bei den Mahlzeiten. Auf einem Kurzstreckenflug in der Economy Class sind die Erwartungen gewöhnlich minimal, doch Royal Air Maroc hat sie in diesem Punkt übertroffen. Das Essen selbst war wirklich beeindruckend. Vor allem das Omelett zählte zu den besten, die ich je im Flugzeug gegessen habe. Im Gegensatz zu den oft gummiartigen oder künstlich schmeckenden Varianten vieler anderer Airlines ähnelte dieses hier sowohl im Geschmack als auch in der Textur echtem Essen – eine willkommene Abwechslung zur Norm.

Nicht schlecht für einen kurzen Flug

Es wurden auch kostenlose Getränke serviert, was den Gesamtwert des Bordangebots weiter steigerte. Das Serviceerlebnis war jedoch etwas uneinheitlich. Die Flugbegleiterin, die das Essen austeilte, wirkte unmotiviert und sichtlich unzufrieden, was den Gesamteindruck schmälerte. Im Gegensatz dazu war das Crewmitglied, das die Getränke servierte, gut gelaunt, freundlich und professionell – was zeigt, dass die Servicequalität selbst auf ein und demselben Flug erheblich variieren kann.

Gesamteindruck: Besser als ihr Ruf

Trotz des holprigen Starts beim Check-in fiel das Erlebnis in der Economy Class von Royal Air Maroc positiver aus als erwartet. Die Airline überzeugte dort, wo es am meisten zählt: in der Luft – mit einem soliden Bordprodukt, respektabler Verpflegung und einem reibungslosen Boarding. Die Probleme beim Check-in wirken weniger wie Einzelfälle, sondern scheinen eher allgemeine Standards im Kundenservice widerzuspiegeln, insbesondere in Casablanca. Dies entschuldigt die Ineffizienzen zwar nicht, ordnet das Erlebnis jedoch in den entsprechenden Kontext ein.

Letztlich ist Royal Air Maroc eine solide Airline, die vielleicht strenger beurteilt wird, als sie es verdient. Es gibt deutlichen Verbesserungsbedarf, insbesondere bei der Bodenabfertigung und Personalschulung, doch in der Economy Class bietet sie zugleich ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Und wenn man Vergleiche innerhalb der oneworld-Allianz zieht, behält American Airlines meiner Meinung nach immer noch den Titel der schlechtesten Fluggesellschaft, wodurch das Abschneiden von Royal Air Maroc im direkten Vergleich deutlich besser dasteht.

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