Japan Airlines weckt hohe Erwartungen, wo immer die Airline aktiv ist – besonders dann, wenn die Worte „First Class“ im Spiel sind. Leider wird die Domestic First Class Lounge am Flughafen Sapporo-Neu-Chitose diesem Versprechen kaum gerecht, ganz ähnlich wie ihr Gegenstück in Tokio. Obwohl sie rein formal die Kriterien einer Premium-Lounge erfüllt, wirkt das Gesamterlebnis verhalten, rudimentär und seltsam freudlos.
Zugangsvoraussetzungen und Lage
Die Lounge steht Passagieren der Japan Airlines Domestic First Class sowie oneworld Emerald Mitgliedern offen. Der Zugang ist unkompliziert, und die Lounge liegt praktischerweise direkt hinter der First-Class-Sicherheitskontrolle. Abgesehen von der einfachen Erreichbarkeit bietet die Lage jedoch kaum weitere Vorzüge.

Design und Sitzmöglichkeiten
Beim Betreten wirkt die Lounge sofort etwas in die Jahre gekommen und allzu steril. Das Dekor ist schlicht und zweckmäßig gehalten, ohne jegliches Gefühl von Gemütlichkeit. Die Sitzgelegenheiten sind zwar brauchbar, aber wenig einladend – mit Sesseln, die eher zum bloßen Warten als zum Entspannen anregen. Für ein Produkt, das als First Class vermarktet wird, wirkt die Atmosphäre erstaunlich gleichgültig gegenüber jeglichem Komfortanspruch.

Speisenangebot
Die Auswahl an Speisen ist minimalistisch und entspricht genau dem, was man von einer gewöhnlichen Inlands-Lounge erwarten würde. Leichte Snacks dominieren das Angebot, darunter kleines Gebäck, Reisbällchen (Onigiri) und Misosuppe. Alles ist ordentlich angerichtet, aber die Auswahl bleibt extrem überschaubar.

Es gibt weder reichhaltige Gerichte noch regionale Spezialitäten oder irgendetwas, das einer vollwertigen Mahlzeit nahekäme. Für Reisende, die Sapporo um die Mittags- oder Abendessenszeit verlassen, ist das Fehlen nennenswerter warmer Optionen besonders enttäuschend.
Getränkeauswahl
Das Getränkeangebot setzt dieses zurückhaltende Muster fort. Softdrinks, Wasser und Säfte stehen bereit, dazu Bier und ein bescheidenes Sortiment an Spirituosen, hauptsächlich Whisky und Gin.

Auch wenn das Vorhandensein von japanischem Whisky erfreulich ist, wirkt das Gesamtsortiment eher pflichtbewusst als großzügig. Es entsteht kaum das Gefühl, dass diese Lounge zum Verweilen und Genießen einlädt, sondern eher zur rein funktionalen Nutzung dient.
Ausstattung und Annehmlichkeiten
Die Annehmlichkeiten in der Sapporo-Lounge decken das Nötigste ab. Massagesessel sind vorhanden, ebenso wie Telefonkabinen für ungestörte Telefonate und ein separater Raucherbereich. Alles funktioniert wie vorgesehen, doch nichts sticht als besonders hochwertig oder bemerkenswert hervor.

Diese Ausstattungsmerkmale wirken eher wie das Abarbeiten einer Checkliste als wie durchdachte Aufwertungen des Passagiererlebnisses.
Gesamteindruck
Die Japan Airlines Domestic First Class Lounge in Sapporo enttäuscht auf ganz ähnliche Weise wie die Version in Haneda. Rein formal erfüllt sie ihren Zweck, bietet darüber hinaus jedoch verschwindend wenig. Die Atmosphäre ist trist, die Sitzmöbel sind unbequem, das Speisenangebot ist kaum ausreichend und die Getränkeauswahl wenig inspiriert.
Für einen kurzen Inlandsflug mag das genügen. Doch für Reisende, die mit den internationalen Standards von Japan Airlines – oder mit First Class Lounges andernorts – vertraut sind, wirkt das Gebotene ernüchternd und überraschend uninspiriert. Die Bezeichnung als First Class Lounge weckt Erwartungen, die die Realität schlichtweg nicht erfüllen kann.









