Japan Airlines verfügt über eine First Class Lounge am „internationalen“ Flughafen Osaka-Itami. Die Bezeichnung „international“ ist reichlich seltsam, wenn man bedenkt, dass von diesem Flughafen ausschließlich Inlandsflüge abgehen. Sollten Sie zudem ab Osaka-Kansai fliegen, erwartet Sie dort eine noch deutlich schlechtere Lounge. Nachdem Finnair gezeigt hat, wie eine First Class Lounge für Inlandsflüge aussehen kann, wirken diese Inlands-Lounges der Japan Airlines für die First Class schlichtweg erbärmlich. Tatsächlich habe ich sogar Gäste gesehen, die ihre eigene Bento-Box mit in die Lounge brachten.
Lage
Das Angenehmste an den Inlands-Lounges von Japan Airlines ist, dass man nicht lange nach ihnen suchen muss. Passieren Sie einfach die separate Sicherheitskontrolle für die First Class, und schon stehen Sie im Empfangsbereich der Lounge. Japan Airlines bezeichnet die First Class Lounges für Inlandsflüge als „Diamond Premier Lounges“ – folgen Sie also einfach dieser Beschilderung, falls Sie sich auf einem Umsteigeflug befinden.

Sitzplätze
In der Lounge gibt es reichlich halbwegs passable Sitzgelegenheiten. Während meines Aufenthalts in Japan fiel mir auf, dass Komfort dort nicht unbedingt mit Luxus assoziiert wird. Stattdessen sehen zwar alle Sessel ganz passabel aus, sind jedoch weder besonders weich noch rückenfreundlich. Oder vielleicht bin ich einfach zu groß, als dass mir die Rückenlehnen genügen würden.

Es gab viele verschiedene Arten von Sesseln, doch letztlich krankten alle am selben Problem: Keiner davon war zum Sitzen wirklich bequem. Immerhin befanden sich neben vielen Plätzen Steckdosen, was erfreulich war.

Speisen
Über das Essensangebot gibt es nicht viel zu berichten. Das Wenige, was bereitstand, war entweder merkwürdig oder lecker. Ich habe ein paar Teilchen gefunden, die mir schmeckten, und mich am Ende womöglich sogar überessen. Wer etwas Gesundes sucht, sollte sich andernorts umsehen.



Ich kann nicht behaupten, enttäuscht zu sein … Wirklich nicht … Mir ist bekannt, dass Inlands-Lounges in Japan eine absolute Zumutung sind, daher stellt dies bereits eine deutliche Steigerung gegenüber einer normalen Lounge dar. Misst man das Speisenangebot dieser Lounge jedoch an internationalen Maßstäben, schneidet sie wahrscheinlich schlechter ab als die meisten Vertragslounges in Europa. Ich bin ohne jegliche Erwartungen hergekommen und wurde somit auch nicht enttäuscht.
Getränke
Hierher sollte man definitiv nicht zum Essen kommen, sondern zum Trinken! Es gibt in der Lounge sehr guten Sake und Whisky. Dazu kommen diverse Softdrinks, Säfte, Kaffee, Tee … also auch die üblichen Standardgetränke.

Ausstattung und Annehmlichkeiten
In dieser Lounge muss man sich nicht unhöflich verhalten und lautstark telefonieren: Es stehen Telefonkabinen für ungestörte Gespräche zur Verfügung. Und wer Lust auf eine Massage hat – und klein genug gewachsen ist –, kann einen der Massagesessel nutzen.


Fazit
Ganz ehrlich: Einen weiteren Besuch dieser Lounge brauche ich nun wirklich nicht. Sicherlich ist sie besser als eine gewöhnliche Inlands-Business-Lounge in Japan, aber diese Warteräume mit kostenlosem Bier und Softdrinks würde ich ohnehin kaum als vollwertige Lounges bezeichnen. Das Niveau bei Inlands-Lounges liegt in Japan derart niedrig, dass eine Fünf-Sterne-Fluggesellschaft wie JAL mit einer so unterdurchschnittlichen First Class Lounge ungestraft durchkommt. Ein echtes Armutszeugnis!









