Japan Airlines bietet auf Inlandsstrecken eine durchaus solide Economy und Business Class, doch auf bestimmten längeren Routen gibt es zudem ein herausragendes First-Class-Produkt. Diese Flüge starten oder landen überwiegend am Flughafen Tokio-Haneda, allerdings gibt es auch eine günstigere Verbindung zwischen Osaka und Naha. Genau diesen Flug habe ich gebucht. Freuen Sie sich auf einen Erfahrungsbericht über die Japan Airlines Domestic First Class von Osaka-Itami nach Naha, Okinawa.
Check-in
Dass Sie in der First Class fliegen, wird bereits beim Check-in für Ihren Flug deutlich. Die Check-in-Schalter befinden sich in einem separaten Bereich hinter einer Tür zum Check-in-Bereich der Domestic First Class. Ihr Gepäck wird auch nicht auf ein Kofferband gestellt, sondern vom Personal persönlich von Hand weitergeleitet. Nach diesem exklusiven Check-in passieren Sie eine eigene Sicherheitskontrolle – reserviert ausschließlich für Passagiere der Japan Airlines Domestic First Class und oneworld Emerald-Mitglieder.

Es ist erwähnenswert, dass Japan Airlines auf Inlandsflügen keinen herkömmlichen Check-in durchführt. Stattdessen können Sie über die App einfach durch Eingabe Ihrer E-Ticket-Nummer einen QR-Code für das Boarding herunterladen. Eine klassische Bordkarte erhalten Sie auf Wunsch ebenfalls vom Personal am Schalter. Passagiere der JAL Domestic First Class profitieren von einer großzügigen Freigepäckgrenze von 45 kg ohne Beschränkung der Gepäckstückzahl. Beachten Sie, dass Sie mit einem oneworld Emerald- oder Sapphire-Status kein zusätzliches Freigepäck erhalten, da dies bereits das Maximalgewicht pro Passagier darstellt.
Sitz in der Domestic First Class
Der Sitz ist wirklich gelungen. Er lässt sich zwar nicht komplett flach in ein Bett verwandeln, allerdings sind Inlandsflüge ohnehin recht kurz, sodass man meist gar nicht schläft. Für persönliche Gegenstände gibt es zwar nicht allzu viel Stauraum, dafür aber jede Menge Beinfreiheit für große Personen wie mich.


Wie in der Anleitung – oder, um es typisch japanisch klingen zu lassen, in der Sitzbedienungsanleitung – beschrieben, stehen eine Steckdose zum Laden von Geräten sowie ein USB-Anschluss bereit. Die Leselampe war etwas klein und ich frage mich ehrlich gesagt, wer sie tatsächlich nutzt, aber für den Bedarfsfall ist sie vorhanden. Die Trennwand bot für einen kurzen Flug ausreichend Privatsphäre.

Annehmlichkeiten
Ein Amenity Kit gibt es auf diesem Flug zwar nicht, das ist auf einer Inlandsstrecke jedoch auch kaum zu erwarten. Stattdessen stehen ein kleines Kissen aus Memory-Schaumstoff und geräuschunterdrückende Kopfhörer bereit. Decken sind auf Anfrage erhältlich. Besonders angenehm war es, ein Paar Hausschuhe für die Kabine zu erhalten.


Essen in der Domestic First Class
Auf einem Flug in der Domestic First Class steht jeweils nur ein festes Menü zur Auswahl, welches von der jeweiligen Flugstrecke abhängt. Ich muss sagen, dass mich das keineswegs enttäuscht hat, denn alles Servierte war ausgesprochen köstlich. Ich bin eigentlich kein allzu großer Fan der japanischen Küche in Japan, doch JAL hat mir bewiesen, wie hervorragend sie schmecken kann. Das Essen wird zusammen mit dem Getränk serviert, das man bereits vor dem Abflug bestellt hat.

Wer hin und zurück fliegt, kommt in den Genuss beider Menüs. Leider ging mein Weiterflug nicht zurück nach Osaka, sondern nach Fukuoka. Mein Gericht war das auf der rechten Seite. Der Hauptdarsteller, Gelbschwanzmakrele (eine Fischart), war einfach himmlisch.

Getränke bei Japan Airlines
Die Getränkeauswahl ist beachtlich. Von speziellem Sake bis hin zum JAL Original Sky Time Pfirsich-Trauben-Mix, den ich wärmstens empfehlen kann. Er war wirklich vorzüglich. Ebenso gut schmeckte der Hiroshima-Cider. Alles in allem war ich von der Auswahl absolut begeistert.

Ich bestellte etwas Sake und bekam direkt zwei verschiedene Sorten serviert. Man ließ mich beide probieren, und es fiel mir schwer zu entscheiden, welcher besser war. Beide waren exzellent und hatten einen wunderbar sanften Geschmack. Zum Sake wurden Reiskräcker und fermentierte Sojabohnen gereicht.

Unterhaltung
Das Bordunterhaltungssystem verfügte über einen großen und gestochen scharfen Bildschirm. Es gab eine kompakte Auswahl an Filmen sowie einigen Fernsehserien. Das Highlight für mich waren die kurzen Reisesendungen, die interessante Einblicke in mein Urlaubsziel boten.

Das absolute Highlight des Unterhaltungsangebots ist natürlich das kostenlose WLAN in der Japan Airlines Domestic First Class. Ja, tatsächlich kostenloses Internet während des gesamten Fluges. Und nicht nur das – es ist zudem erstaunlich schnell! Übrigens steht es auch Passagieren der Economy und Business Class kostenlos zur Verfügung.
Fazit
Die JAL Domestic First Class ist zweifellos die beste Wahl, wenn man innerhalb Japans stilvoll reisen möchte. Die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sind überaus zuvorkommend und freundlich. Wie zu erwarten war das First-Class-Gepäck in Naha als Erstes auf dem Band. Die Inlands-Lounges mögen vielleicht nicht die spektakulärsten sein, doch insgesamt war es ein großartiges Erlebnis und ich freue mich schon auf den nächsten First-Class-Flug mit JAL.









