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Malaysia Airlines Regional Business Class im Test: Ein ernüchterndes Premium-Erlebnis

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Malaysia Airlines gilt seit langem als eine der traditionsreichen Flag-Carrier Südostasiens, doch verdient ihre regionale Business Class noch immer einen Platz unter den besten Asiens? Ich bin kürzlich mit Malaysia Airlines geflogen, um herauszufinden, ob das Premium-Erlebnis seinem Ruf gerecht wird. Vom Check-in über das Boarding bis hin zu Sitzen, Verpflegung und Service – hier ist unser ehrlicher Erfahrungsbericht zur Malaysia Airlines Regional Business Class und warum sie leider enttäuschte. Die Fluggesellschaft macht viel Aufhebens um ihre „Malaysian Hospitality“, und jetzt weiß ich, dass es sich dabei wohl eher um einen Running Gag handelt. 😀

Check-in

Eines macht Malaysia Airlines von Beginn an richtig: Passagiere der regionalen Business Class haben Zugang zu einer separaten Priority-Check-in-Schlange, was das Erlebnis am Flughafen schneller und entspannter gestaltet. Der Ablauf war reibungslos, effizient und genau das, was man von einer Premium-Kabine erwartet. Leider war dies einer der wenigen Momente, in denen sich das Erlebnis wirklich nach Business Class anfühlte.

Business Class Check-in

Boarding: Priority auf dem Papier, Chaos in der Praxis

Das Boarding erfolgt nach Gruppen, wobei Business-Class-Gäste zu den ersten gehören, die an Bord gebeten werden. Kurioserweise kündigt Malaysia Airlines an, dass das Boarding bereits eine Stunde vor Abflug beginnt. Auf meinem Flug ging es jedoch erst rund 30 Minuten vor dem Start los – also nicht anders als bei vielen anderen Fluggesellschaften auch. Da stellt sich die Frage, warum überhaupt eine so frühe Boarding-Zeit angegeben wird. Wer seinen Zeitplan am Flughafen danach ausrichtet, wird von der Realität schnell eines Besseren belehrt.

Malaysia Airlines lässt einen 30 Minuten am Flugsteig warten, indem behauptet wird, das Boarding begänne 1 Stunde vor Abflug. Malaysian Hospitality?

Kabine und Sitze: Reichlich Platz, wenig Komfort

In der regionalen Business Class von Malaysia Airlines kommen echte Business-Class-Sessel zum Einsatz, anstatt lediglich den Mittelsitz freizuhalten – definitiv ein Pluspunkt. Die Kabine war sauber und gepflegt, wirkte jedoch auf Anhieb in die Jahre gekommen. Ein gewisses Alter ist an sich kein Problem, doch diese Sitze haben ihre besten Tage eindeutig hinter sich.

Diese Sitze sind so hart, dass einem garantiert das Gesäß schmerzt!

Die Beinfreiheit ist großzügig bemessen und die verstellbare Kopfstütze bietet zusätzlichen Halt, doch beides kann nicht darüber hinwegtrösten, wie unbequem die Sitze sind. Die Polsterung ist minimal, sodass selbst ein verhältnismäßig kurzer Regionalflug schnell anstrengend wird. In einer Region, in der mehrere Airlines wirklich komfortable regionale Business-Class-Produkte bieten, hinkt Malaysia Airlines der Konkurrenz deutlich hinterher.

Gute Beinfreiheit

Annehmlichkeiten: Grundkomfort mit einer unerwarteten Überraschung

Jeder Fluggast erhält ein Kissen und eine Decke, was den Grundkomfort bietet, den man auf einem regionalen Premium-Flug erwartet. Vor dem Abflug serviert die Crew zudem ein Willkommensgetränk; zur Auswahl stehen Wasser, Apfelsaft oder Orangensaft.

Ein Kissen und eine Decke – das Kissen war viel zu groß, um als Kopfstütze zu dienen. Vielleicht sollte man sich darauf setzen?

Das Willkommenswasser überraschte mit einer nussigen Note, die so sicherlich nicht auf der Karte stand. Und das war kein Einzelfall: Ich hatte zwei Flüge hintereinander und auf beiden schmeckte das Wasser nussig. Malaysian Hospitality?

Essen und Getränke: Früh bestellen oder Enttäuschung einplanen

Malaysia Airlines verteilt gedruckte Menükarten mit mehreren Gerichten zur Auswahl, was den Eindruck eines recht umfangreichen Services erweckt. Das Problem: Nicht jedes Gericht reicht für alle Passagiere. Manche Optionen sind überraschend schnell vergriffen. Wer also ein bestimmtes Gericht ins Auge gefasst hat, muss unter Umständen mit dem vorliebnehmen, was noch übrig ist. Auf meinem zweiten Flug war das Steak aus, sodass ich am Ende gar nichts zu essen hatte. Malaysian Hospitality?

Die Menükarte

Das Essen selbst ist geschmacklich in Ordnung, wenngleich die Portionen für eine Premium-Kabine recht überschaubar ausfallen. Es stillt den Hunger, bleibt aber keineswegs in Erinnerung.

Der merkwürdige Mayonnaise-Salat ist das Dessert

Bei der Getränkeauswahl gibt es eine weitere kuriose Besonderheit: Alkoholische Getränke sind zwar verfügbar, werden aber auf der Menükarte nicht erwähnt. Wer es nicht ohnehin weiß und gezielt danach fragt, erfährt gar nicht erst davon. Eine merkwürdige Praxis, die das Premium-Erlebnis unnötig geheimnisvoll wirken lässt. Malaysian Hospitality!

Unterhaltung und WLAN: Besser als erwartet

Das Bordunterhaltungsprogramm läuft über das eigene persönliche Endgerät statt über fest verbaute Bildschirme im Vordersitz. Nach dem Verbinden steht Passagieren eine respektable Auswahl an Filmen und Serien zur Verfügung, was die Zeit auf Regionalflügen angenehm verkürzt. Das Beste daran: Man braucht keine Kopfhörer – einfach die Lautsprecher des Smartphones auf maximale Lautstärke drehen und munter Filme schauen wie die übrigen Passagiere (auf beiden meiner Flüge). Die Crew stört das überhaupt nicht. Malaysian Hospitality!

Es gab eine ordentliche Auswahl an Filmen und Serien

Kostenloses WLAN ist auf ausgewählten Flügen ebenfalls verfügbar, wenngleich die Verfügbarkeit vom Flugzeugtyp abhängt. Sofern vorhanden, ist es eine willkommene Ergänzung und einer der stärksten Aspekte des Gesamtprodukts.

Lohnt sich die regionale Business Class von Malaysia Airlines?

Die regionale Business Class von Malaysia Airlines tut sich schwer, ihren Aufpreis zu rechtfertigen. Zwar sind der Priority-Check-in, die echten Business-Class-Sitze, das Inflight-Entertainment und das gelegentlich verfügbare kostenlose WLAN erfreuliche Pluspunkte, sie werden jedoch von schlichtweg unbequemen Sitzen, begrenzter Menüverfügbarkeit und einer seltsam versteckten Premium-Getränkeauswahl überschattet.

Die größte Enttäuschung ist das Gestühl. Komfort ist zweifellos der wichtigste Grund für die Buchung einer Business Class – und genau hier versagt das Produkt auf ganzer Linie. Hinzu kommen knauserig wirkende Portionen sowie ein Premium-Getränkeangebot, das wie ein exklusives Geheimnis behandelt wird. Eine Empfehlung fällt daher schwer.

In Asien, wo die Standards für regionale Business-Class-Produkte außergewöhnlich hoch sind, liefert Malaysia Airlines ein Produkt ab, das der Konkurrenz um Jahre hinterherhinkt. Sofern der Tarif nicht außergewöhnlich günstig ist oder Lounge-Zugang und Priority-Services für Sie über allem stehen, gibt es weitaus bessere Alternativen auf regionalen Strecken. Nach unserem Flug blieb vor allem die Frage zurück, ob die Airline versehentlich „Premium“ mit „Nostalgie“ verwechselt hat – denn während die Sitze zweifellos Vintage-Charakter versprühen, blieb der Komfort auf der Strecke.

Denken Sie daran: Malaysian Hospitality ist ein Begriff, den Malaysia Airlines offenbar mit feiner Ironie verwendet.

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