Die meisten IT-Umstellungen bei Fluggesellschaften bleiben unsichtbar – bis etwas schiefgeht. Die Entscheidung von ANA, bereits im Vorfeld des Migrationszeitfensters vom 19. Mai bis zum 9. Juni Serviceeinschränkungen offenzulegen, ist ein klares Zeichen dafür, dass dieser Übergang holprig genug werden könnte, um spürbare Auswirkungen auf Passagiere zu haben – insbesondere für Inlandsreisende im japanischen Flughafennetzwerk.
Was passiert ist
ANA teilte mit, dass die Passagierabfertigungssysteme für Inlands- und internationale Flüge vom 19. Mai 2026 bis zum 9. Juni 2026 Flughafen für Flughafen zusammengeführt werden. Während dieses Zeitraums werden einige Flughäfen noch auf dem alten System laufen, während andere bereits umgestellt wurden. Dadurch entstehen vorübergehende Verfahrensunterschiede und Einschränkungen bei einigen Inlandsservices.
Die Airline warnte davor, dass die Abwicklung bestimmter Services davon abhängen wird, ob ein Flughafen bereits auf das neue System umgestellt wurde. Zudem erklärte ANA, dass einige Online-Funktionen – darunter bestimmte Standby- und Upgrade-Prozesse – während der Übergangsphase eingeschränkt sein werden.
Hierbei handelt es sich keineswegs nur um ein kleines Backend-Update. ANA bereitet seine Kunden ganz offen auf eine betriebliche Übergangsphase vor.
Warum das wichtig ist
IT-Änderungen bei Fluggesellschaften werden genau dann zu Schlagzeilen, wenn sie mit echten Anschlussflügen, Gepäckabfertigung, Upgrades, Flughafenabläufen und Kundenerwartungen kollidieren. Das gilt ganz besonders für einen Markt wie Japan, in dem Passagiere an höchste Prozesskonstanz gewöhnt sind.
Das Ungewöhnliche daran ist der gestaffelte Ansatz von Flughafen zu Flughafen. Operativ ergibt das Sinn, bedeutet aber zugleich, dass das Reiseerlebnis variieren kann, je nachdem, wo eine Reise beginnt oder umgestiegen wird. Genau das ist die Art von Situation, die selbst bei guter Kommunikation der Airline für Verwirrung sorgt.
Gelingt ANA eine reibungslose Umsetzung, wird dies als kluges Modernisierungsprojekt wahrgenommen werden. Geraten die Abläufe jedoch ins Stocken, könnte daraus schnell eine jener vermeidbaren Frust-Geschichten für Reisende werden, die noch lange nachwirken.
Warum Reisende darauf achten sollten
Passagiere, die zwischen dem 19. Mai und dem 9. Juni mit ANA innerhalb Japans fliegen, sollten sich nicht darauf verlassen, dass alles wie gewohnt abläuft. Check-in-Abläufe, das Standby-Handling und manche Erwartungen an Anschlussverbindungen können sich je nach Flughafen unterscheiden.
Reisende mit knappen Umsteigezeiten, innerjapanischen Anschlussflügen oder geringer Toleranz für Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb sollten aufmerksamer planen als sonst. Dies ist einer der Momente, in denen eine kleine verfahrenstechnische Abweichung zu gravierenden Problemen für die gesamte Reise führen kann.
Mein Fazit
Meiner Ansicht nach verdient ANA Anerkennung dafür, die Kunden frühzeitig zu warnen. Allzu viele Fluggesellschaften sprechen erst dann über ihre IT, wenn das Chaos bereits eingetreten ist.
Die wichtigere Erkenntnis ist jedoch, dass Technologieumstellungen von Airlines längst die Passagiere direkt betreffen und keine reinen internen Betriebsthemen mehr sind. Fluggesellschaften, die das verstehen und entsprechend transparent kommunizieren, haben die besten Chancen zu verhindern, dass ein anspruchsvoller Umstellungsprozess zu einem dauerhaften Reputationsschaden führt.









