ITA Airways wird im kommenden Herbst dem Joint Venture der Lufthansa Group und All Nippon Airways für Flüge zwischen Europa und Japan beitreten und damit die Strecke Rom–Tokio-Haneda in eine der wichtigsten Langstrecken-Kooperationsplattformen der Star Alliance einbinden. Dieser Schritt ist ein weiterer konkreter Meilenstein bei der Integration von ITA in die Lufthansa Group und bietet Reisenden besser aufeinander abgestimmte Verbindungen zwischen Italien, Mitteleuropa und Japan.
ITA rückt tiefer in das Partnerschaftsnetzwerk der Lufthansa ein
Wie Aviation Week berichtete, wurde die Vereinbarung auf der IATA-Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro unterzeichnet. Damit wird ITA Airways ab diesem Herbst Teil des kartellrechtlich immunisierten Joint Ventures von Lufthansa Group und ANA. Die bestehende Partnerschaft umfasst bereits ANA, Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss und koordiniert Flugpläne, kommerzielle Aktivitäten sowie Produktangebote zwischen Europa und Japan.
Der Beitritt von ITA ist von großer Bedeutung, da sich die Beteiligung von Lufthansa an der italienischen Fluggesellschaft nicht mehr nur auf die Bilanz oder Eigentumsverhältnisse beschränkt. Sie schlägt sich nun direkt in der Streckennetzkoordination nieder. Die Verbindung von ITA zwischen Rom-Fiumicino und Tokio-Haneda wird Teil einer größeren kommerziellen Struktur, die bereits tief in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Japan verwurzelt ist.
Rom–Tokio gewinnt deutlich an Bedeutung für Umsteigeverbindungen
Rom-Fiumicino ist in diesem Zusammenhang nicht einfach nur ein weiteres europäisches Drehkreuz. Italien verfügt über einen starken Incoming-Tourismusmarkt, eine solide Wirtschaftsbasis in den nördlichen und zentralen Regionen sowie eine beachtliche Langstreckennachfrage nach Asien. Der tägliche Flug von ITA mit dem Airbus A350-900 nach Tokio-Haneda verschafft dem Joint Venture einen südeuropäischen Ankerpunkt, der die Stärken der Lufthansa in Frankfurt und München, von Swiss in Zürich und von Austrian in Wien ideal ergänzt.
Für japanische Reisende könnte diese Neuerung Italien und Nordafrika im Rahmen einer abgestimmten Buchungs- und Umsteigestruktur noch einfacher erreichbar machen. Für Fluggäste mit Abflug in Italien dürfte sich der Zugang zum innerjapanischen Streckennetz von ANA jenseits von Tokio verbessern. Der Wert eines Joint Ventures liegt nicht nur in zusätzlichen Codeshare-Abkommen auf einer Route, sondern in der Möglichkeit, Flugpläne, Tarife, Verfügbarkeiten und Anschlussflüge so aufeinander abzustimmen, dass eine Langstreckenreise wie aus einem Guss wirkt.
Integration der Vielfliegerprogramme schafft zusätzlichen Mehrwert
Auch der Zeitpunkt ist mit Blick auf die Kundenbindung entscheidend: ITA ist Anfang des Jahres der Star Alliance beigetreten und in das Miles & More-Ökosystem der Lufthansa Group migriert. Dadurch gewinnt das Japan-Joint-Venture für Vielflieger noch stärker an Relevanz, da die kommerzielle Kooperation nun Hand in Hand mit der allianzweiten Anerkennung und der Harmonisierung der Treueprogramme geht.
Für Passagiere, die Meilen bei Miles & More sammeln oder einlösen, ist der Flug Rom–Tokio weit mehr als nur ein einzelner ITA-Flug. Er wird Teil eines umfassenderen Reiseangebots der Star Alliance und der Lufthansa Group. Genau diese Form der Integration verfolgt Lufthansa seit dem Einstieg bei ITA konsequent.
Eine schlagkräftigere Antwort auf oneworld und SkyTeam
Flüge zwischen Europa und Japan sind strategisch von zentraler Bedeutung, da sie Geschäftsreisen, gehobene Privatreisen und margenstarken Umsteigeverkehr miteinander verbinden. Oneworld verfügt mit Japan Airlines und British Airways über starke Schwergewichte, während SkyTeam im breiteren Markt zwischen Asien und Europa auf Air France-KLM und Korean Air setzt. Durch die Einbindung von ITA in die ANA-Lufthansa-Plattform stärkt die Star Alliance ihre Präsenz, ohne dafür eigens neue Routen eröffnen zu müssen.
Der Schritt trägt zudem dazu bei, die künftige Rolle von ITA zu schärfen. Unter Alitalia wirkte die Strategie der italienischen Nationalairline oft unausgereift und unterkapitalisiert. Unter dem Dach der Lufthansa Group wird ITA nun als koordinierte Netzwerk-Airline mit klar definierten Aufgaben innerhalb der Allianz, einem stärkeren Vertrieb und verlässlichen Langstreckenpartnerschaften positioniert.
Warum dies weit über ein reines Codeshare-Abkommen hinausgeht
Ein einfaches Codeshare kann nützlich sein, doch kartellrechtlich immunisierte Joint Ventures sind strategisch deutlich weitreichendere Instrumente. Sie ermöglichen es den beteiligten Fluggesellschaften, in definierten Märkten wie eine einzige wirtschaftliche Einheit aufzutreten, während sie weiterhin unter ihren eigenen Marken operieren. Das ebnet den Weg für optimierte Flugplanwellen, einheitlichere Preisstrukturen und einen schlagkräftigeren Firmenkundenvertrieb.
Für die Passagiere mögen die unmittelbar sichtbaren Veränderungen zunächst überschaubar wirken. Der eigentliche Wandel ist jedoch struktureller Natur: Der ITA-Flug von Rom nach Tokio wird Teil einer etablierten Europa-Japan-Partnerschaft – und verschafft der Star Alliance damit eine noch überzeugendere Marktposition in einem der weltweit bedeutendsten Premium-Langstreckenmärkte.









