SAS kehrt nach 17 Jahren Abwesenheit mit ganzjährigen Flügen zwischen Kopenhagen und Mumbai nach Indien zurück. Damit entsteht die erste Nonstop-Verbindung zwischen beiden Städten, was SkyTeam ein noch nützlicheres nordeuropäisches Drehkreuz für Flüge nach Indien verschafft.
Ein langes Warten endet mit einer strategischen Route
Die Rückkehr von SAS nach Indien ist mehr als nur eine nostalgische Wiederaufnahme ins Streckennetz. Die neue Verbindung zwischen Kopenhagen und Mumbai verknüpft Skandinavien wieder mit einem der wichtigsten Wirtschafts- und Reisemärkte Indiens – zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Nachfrage zwischen Indien und Europa durch Treibstoffkosten, Luftraumbeschränkungen und veränderte Hub-Ströme neu sortiert.
Die Strecke ist mit fünf wöchentlichen Flügen im Ganzjahresbetrieb auf Großraumflugzeugen des Typs Airbus A330-300 geplant. Das ist bedeutsam, weil es sich nicht um ein einmaliges saisonales Experiment handelt. Ein ganzjähriger Flugplan deutet darauf hin, dass SAS genügend Geschäftsreise-, Diaspora-, Urlaubs- und Umsteigeverkehr sieht, um eine dauerhafte Präsenz zu rechtfertigen.
Mumbai ist genau die richtige Stadt für diesen Test. Sie ist Indiens Finanzmetropole, ein bedeutender Markt für Auslandsreisen sowie eine starke Quelle für Premium- und Geschäftsreisenachfrage. Kopenhagen wiederum bietet SAS ein kompaktes nordeuropäisches Drehkreuz mit optimalen Anschlussverbindungen in ganz Skandinavien und Nordeuropa.
Warum dies nach dem SkyTeam-Beitritt von SAS wichtig ist
SAS gehört mittlerweile zu SkyTeam, was die Route für Vielflieger besonders attraktiv macht. Eine Verbindung zwischen Kopenhagen und Mumbai bietet EuroBonus-Mitgliedern eine direkte Option nach Indien und eröffnet zugleich potenzielle Umsteigemöglichkeiten über Partner der SkyTeam-Allianz. Für Reisende, die sich bisher auf Star Alliance-Routings über die Drehkreuze der Lufthansa Group oder auf Umsteigeverbindungen mit Golf-Airlines verlassen haben, bietet SAS nun eine neue Allianz-Alternative.
Historisch gesehen war SkyTeam in Teilen des Marktes zwischen Indien und Europa weniger präsent als Star Alliance oder oneworld. Diese Strecke allein wird das zwar nicht grundlegend ändern, verschafft der Allianz jedoch einen stärkeren nordeuropäischen Zubringer nach Indien. Zudem hilft sie SAS dabei, ihr Streckennetzprofil nach dem Allianzwechsel mit Routen zu schärfen, bei denen Kopenhagen einen echten Mehrwert bieten kann.
Die Nachfrage nach Indien lässt sich kaum mehr ignorieren
Indien hat sich zu einem der am härtesten umkämpften Langstreckenmärkte weltweit entwickelt. Air India treibt den Wiederaufbau zu einer globalen Netzwerk-Airline voran, IndiGo expandiert weiter auf internationalen Strecken und ausländische Fluggesellschaften buhlen unvermindert um Passagiere im wachsenden indischen Outbound-Markt. Gleichzeitig haben Störungen im Nahen Osten und komplexe Luftraumrestriktionen traditionelle Umsteigeverbindungen erschwert.
Das macht Direktverbindungen zwischen Europa und Indien noch wertvoller. Passagiere, die ein zusätzliches Umsteigen vermeiden können, sind oft bereit, für diesen Komfort zu bezahlen – insbesondere mit Blick auf die jüngsten Unregelmäßigkeiten an großen Hubs. Kopenhagen–Mumbai bietet skandinavischen und indischen Unternehmen zudem eine unkompliziertere Reiseoption zwischen zwei Wirtschaftsräumen mit immer engeren Geschäftsbeziehungen.
Ein wohlüberlegter Schritt statt Mega-Hub-Offensive
SAS versucht nicht, über Nacht zu einem dominierenden Akteur im Indienverkehr zu werden. Fünf wöchentliche Flüge mit dem A330 sind ein wohlüberlegtes Engagement. Die Fluggesellschaft kann so die Nachfrage testen, Firmenverträge aufbauen und das Kopenhagener Zubringernetz nutzen, ohne den Markt direkt mit Überkapazitäten zu überfluten.
Der langfristige Erfolg der Strecke wird von der Flugplanqualität, den Ticketpreisen, dem Frachtaufkommen sowie davon abhängen, wie effektiv SAS Passagiere von außerhalb Dänemarks anziehen kann. Die strategische Logik dahinter überzeugt jedoch: Indien benötigt mehr Direktverbindungen zu europäischen Sekundärdrehkreuzen, und SAS braucht Langstreckenrouten, die Kopenhagen auch jenseits von Skandinavien relevant machen.
Für Vielflieger liegt der unmittelbare Nutzen auf der Hand: eine weitere Nonstop-Option zwischen Europa und Indien, mehr Flexibilität im SkyTeam-Netzwerk und ein Signal dafür, dass SAS nach turbulenten Jahren wieder daran arbeitet, auf der Langstrecke an Bedeutung zu gewinnen.









